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macOS Monterey – das ist neu in Safari

24.10.2021 | 09:30 Uhr | Thomas Armbrüster

Safari war während der Betatestphase von macOS Monterey eine Dauerbaustelle. Nun sind aber alle Umbauarbeiten abgeschlossen.

Ursprünglich hatte Apple geplant, die Leiste mit dem Such- und Adressfeld und diejenige für die Tabs miteinander zu verschmelzen. Damit sollte in der Höhe etwas mehr Platz für den Inhalt der Webseiten zur Verfügung stehen. Das stieß aber bei vielen Testern auf wenig Gegenliebe. Jetzt haben die Anwender die Wahl, ob sie die kompakte Darstellung wollen, oder ob beide Leisten separat angezeigt werden sollen. Die Einstellung hierfür nimmt man in den Einstellungen von Safari unter „Tabs“ vor. Standardmäßig ist die separate Darstellung aktiviert. In der separaten Darstellung wird außerdem die Leiste mit den Favoriten oberhalb der Tabs angezeigt, bei der kompakten Darstellung unterhalb.

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Da in der kompakten Darstellung in der Symbolleiste wenig Platz für Symbole gibt, findet man etliche Funktionen, für die es in der separaten Darstellung Symbole gibt, in einem Menü, das sich per Klick auf das Symbol „Mehr“ mit den drei Punkten rechts im Adressfeld einblendet. Hier öffnet man den Datenschutzbericht, aktiviert die Reader-Darstellung, fügt die Seite den Lesezeichen oder der Leseliste hinzu, kann die Webseite teilen oder eine Schnellnotiz anlegen. Das Symbol für die Reader-Darstellung wird meist aber automatisch im Adressfeld eingeblendet, wenn diese Darstellung von der Webseite unterstützt wird. Das Symbol mit dem gebogenen Pfeil, um die Seite neu zu laden, blendet sich dagegen nur dann ein, wenn man den Mauszeiger in das Adressfeld bewegt.

In der kompakten Ansicht findet man manche Optionen über den Button „Mehr“ im Adressfeld der aktuellen Webseite.
Vergrößern In der kompakten Ansicht findet man manche Optionen über den Button „Mehr“ im Adressfeld der aktuellen Webseite.

Etwas Anderes ist anscheinend ganz aus Safari verschwunden: Es gab während der Testphase unter „Tabs“ die Option, die Hintergrundfarbe der Tableiste und der Adressleiste von Safari anhand der Hintergrundfarbe der angezeigten Webseite einfärben zu lassen. Diese Möglichkeit besteht zwar weiterhin, aber nur für die kompakte Darstellung. Um sie zu aktivieren, muss man nun in den Einstellungen unter „Erweitert“ die Option „Farbe in kompakter Tableiste anzeigen“ aktivieren. Andere Neuerungen sind aber nicht dem dauernden Umbau zum Opfer gefallen, darunter die sehr praktischen Tabgruppen.

Sind Adresszeile und Tableiste voneinander getrennt, gibt es in der Symbolleiste mehr Platz, um alle Symbole anzuzeigen.
Vergrößern Sind Adresszeile und Tableiste voneinander getrennt, gibt es in der Symbolleiste mehr Platz, um alle Symbole anzuzeigen.

Tabs und Tabgruppen

Um eine Tabgruppe anzulegen, öffnet man entweder zuerst die zu gruppierenden Seiten und erstellt dann mit diesen eine Gruppe (Neue Tabgruppe mit x Tabs), oder man legt eine leere Tabgruppe an (Neue leere Tabgruppe) und fügt anschließend Seiten der Gruppe hinzu, indem man sie nacheinander in Tabs öffnet. Die für die Tabgruppen zuständigen Befehle blenden sich ein, wenn man auf den kleinen, nach unten weisenden Pfeil rechts neben dem Symbol zum Einblenden der Seitenleiste klickt. Alternativ blendet man die Seitenleiste ein und klickt dort rechts oben auf das Symbol mit dem Pluszeichen. Außerdem findet man die Befehle für die Tabgruppen im Menü „Ablage“.

Sind viele Tabs gleichzeitig geöffnet, kann Safari jeweils nur noch die Webseitensymbol (Favicon) anzeigen.
Vergrößern Sind viele Tabs gleichzeitig geöffnet, kann Safari jeweils nur noch die Webseitensymbol (Favicon) anzeigen.

Den Namen der aktiven Tabgruppe blendet Safari links in der Adressleiste beziehungsweise in der kompakten Tableiste ein, wenn die Seitenleiste ausgeblendet ist. Klickt man auf den Namen, kann man im sich einblendenden Menü zwischen den verschiedenen Gruppen auswählen. Oder man blendet die Seitenleiste ein und klickt dort auf den Namen einer Gruppe. Über das Menü „Fenster“ oder die Tastenkombination Command (⌘)-Shift (⇧)-Pfeiltaste (nach oben oder nach unten) wechselt man ebenfalls zwischen den Tabgruppen. Ist in der Seitenleiste eine Tabgruppe markiert, blendet ein Klick auf das Symbol rechts neben dem Namen die Tabübersicht ein. Wie bisher lässt sich dafür auch ein Symbol der Tableiste hinzufügen, in der Standardeinstellung ist es aktiviert.

Über ein Menü in der Symbolleiste legt man Tabgruppen an und wechselt zwischen den einzelnen Gruppen.
Vergrößern Über ein Menü in der Symbolleiste legt man Tabgruppen an und wechselt zwischen den einzelnen Gruppen.

Und wie bisher wird für jeden Tab mit einer geöffneten Webseite eine Vorschau eingeblendet, wenn man den Mauszeiger über einen Tab bewegt. Im Kontextmenü einer Tabgruppe in der Seitenleiste sind unter anderem die Befehle zum Umbenennen und zum Löschen der Gruppe zu finden, den Löschbefehl gibt es außerdem im Menü „Ablage“. Um einen Tab aus einer Gruppe zu entfernen, ruft man die Gruppe auf und schließt den Tab. Einer geöffneten Gruppe lassen sich auch weitere Tabs hinzufügen. Sie werden automatisch mit der Gruppe gespeichert. Sind viele Tabs geöffnet, lässt sich die Beschriftung ausblenden, es werden dann nur noch die Webseitensymbole (Favicons) angezeigt. Dazu aktiviert man in den Einstellungen unter „Tabs“ die Option „Tab-Titel automatisch zu Symbolen einklappen“.

Die Seitenleiste

Die Seitenleiste ist in Safari etwas anders organisiert als bisher. Es gibt oben nicht mehr die beiden Symbole, um zwischen den Lesezeichen und der Leseliste zu wechseln, sondern man wählt zwischen ihnen unter „Erfasste Links“ aus. Neu ist außerdem der Punkt „Empfangene Links“.

Die Seitenleiste hat Apple umgestaltet. Neu hinzugekommen sind die Tabgruppen und die per Nachrichten empfangenen Links.
Vergrößern Die Seitenleiste hat Apple umgestaltet. Neu hinzugekommen sind die Tabgruppen und die per Nachrichten empfangenen Links.

Unter „Mit Dir geteilt“ werden die Links angezeigt, die andere Anwender über die App Nachrichten geschickt haben und die man in Safari geöffnet hat. In den Einstellungen von Nachrichten lässt sich das Teilen unter „Mit Dir geteilt“ auch deaktivieren. Sind im Fenster Tabs geöffnet, die die noch nicht gruppiert sind, wird die Anzahl der geöffneten Tabs oben in der Seitenleiste angezeigt, und man kann für diese die Tabübersicht mit einem Klick auf das Symbol ganz rechts einblenden. Beim Wechsel zu einer Tabgruppe bleiben diese noch nicht gruppierten Tabs gespeichert und man kann zu ihnen zurückkehren. Analog gilt das für das Menü mit den Tabgruppen in der Symbolleiste.

Passwörter und Sicherheit

Überarbeitet haben die Entwickler die Abteilung „Passwörter“ in den Einstellungen von Safari. Sie entsprechen der neuen Systemeinstellung „Passwörter“, wobei es egal ist, wo man die Einträge vornimmt und bearbeitet, sie werden automatisch synchronisiert. Ein besonderes Highlight ist die Möglichkeit, hier die sechsstelligen Bestätigungscodes für die Zwei-Faktor-Autorisierung zu generieren, für den man meist ein separates OTP-Programm auf dem iPhone verwendet. Man markiert einen Eintrag links in der Liste und öffnet mit einem Klick auf „Bearbeiten“ ein Fenster, in dem man nicht nur das Passwort auf der Webseite ändern, sondern nach einem Klick auf „Konfigurationsschlüssel eingeben“ den von der betreffenden Webseite erstellen Schlüssel einsetzen kann. Wie das funktioniert, ist von Webanbieter zu Webanbieter unterschiedlich. Bei Amazon klickt man beispielsweise den von Amazon generierten QR-Code mit einem Sekundärklick an und wählt im Kontextmenü „Bestätigungscode konfigurieren“ aus. Bei Dropbox fehlt dieser Befehl. Man lässt sich dort den Code anzeigen, kopiert ihn und fügt ihn in das Eingabefeld ein. Zukünftig wird dann der sechsstellige Einmal-Code direkt auf dem Mac von Safari generiert und automatisch in das betreffende Feld auf der Webseite eingetragen.

Den sechsstelligen Bestätigungscode für die Zwei-Faktor-Autorisierung kann man direkt von Safari generieren und in das Eingabefeld eintragen lassen.
Vergrößern Den sechsstelligen Bestätigungscode für die Zwei-Faktor-Autorisierung kann man direkt von Safari generieren und in das Eingabefeld eintragen lassen.

Eine weitere Neuerung in den Einstellungen ist „IP-Adresse vor Trackern verbergen“ in der Abteilung „Datenschutz“. Ist diese Option markiert, wird die IP-Adresse bei bekannten Trackern automatisch unterdrückt. Diese Option ist unabhängig von der unter macOS Monterey neu eingeführten Schutzfunktion „Private Relay“. Diese Funktion unterdrückt die IP-Adresse gegenüber allen besuchten Webseiten, setzt aber ein kostenpflichtiges iCloud+-Konto voraus.

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