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iPad und iPhone vor Updates richtig ausmisten

17.09.2019 | 13:30 Uhr |

iOS 13 und iPadOS 13 stehen an. Vor dem Update ist es an der zeit, sich von überflüssigen Daten zu trennen. So geht's.

Es ist soweit: Auf der WWDC Anfang Juni vorgestellt und dann auch gleich in den (öffentlichen) Beta-Test geschickt stehen iOS 13 und iPadOS 13 unmittelbar vor Veröffentlichung. iOS 13 kommt am 19. September und wird auf den ab 20. September ausgelieferten neuen iPhones vorinstalliert sein, iPadOS 13 steht ab dem 30. September zur Verfügung, wenn es auch das neue iPad 7 zu kaufen gibt. Dann wird es auch gleich das erste große Update auf iOS 13.1 geben, in das Apple einige Neuerungen ausgelagert hat, die nicht rechtzeitig zum Verkaufsstart von iPhone 11, iPhone 11 Pro und iPhone 11 Pro Max fertig wurden.

Neu sind für iOS und das speziell an das iPad angepasste iPadOS der systemweite Dunkelmodus, den man schon von macOS 10.14 Mojave aus dem vergangenen Jahr kennt. Die Apps "Find my iPhone" und "Find my Friends" – auf deutsch "iPhone-Suche" und "Freunde suchen" – verschmelzen zu "Find my". Der Spiele-Dienst Apple Arcade setzt iOS 13 und iPadOS 13 voraus und findet sich in einem eigenen Reiter des App Stores, die App "Erinnerungen" weitet Apple deutlich aus und macht aus ihr ein vielseitig nutzbares Produktivprogramm.

Das iPad bekommt eine verbesserte Multittaskingansicht, einen neuen Home-Screen und ist vor allem in der Lage, Daten auf externen Medien zu verwalten.

Das sind aber nur die wichtigsten Innovationen, für Geräte bis hin zum iPhone SE und dem iPad Air 2 stehen die neuen Systemversionen bereit und hauchen nicht nur neuen Modellen neues Leben ein. Das Update lohnt auf alle Fälle – aber es beansprucht beim Laden auf iPhone und iPad ausreichend Platz, in manchen Fällen kann die IPSW-Datei 3 GB und mehr erreichen. Und dieser Platz ist ja nicht immer vorhanden.

Apple war in der Vergangenheit immer recht knausrig mit dem Speicher vor allem für die günstigsten Geräteversionen, iPhones und iPads mit 16 GB sind keine Seltenheit – selbst bei der Generation von 2019 bleibt Apple bei 64 GB als Einstiegsgröße. Mit der aktuellen Update-Politik von Apple, auch fünf Jahre alte Geräte noch zu unterstützen und sogar schneller zu machen (iOS 12) oder mit optimiertem Laden die Lebensdauer der Batterie zu verlängern (iOS 13), bleiben iOS-Geräte länger im Gebrauch. Und da sammelt sich unweigerlich allerlei Datenmüll im Flash-Speicher an.

Aber es bestehen allerhand Möglichkeiten, ein volles iPhone oder iPad soweit aufzuräumen, dass Sie wieder ein bisschen Platz bekommen, den Sie zunächst für das Update benötigen, aber auch später bestimmt zu schätzen wissen. Lesen Sie hier, wie das geht:

iPhone und iPad richtig ausmisten

Im Laufe der Zeit füllt sich der Speicherplatz von iPhone und iPad wie von Geisterhand. Aber nicht nur Besitzer eines „kleinen“ iPad oder iPhone mit 16 oder 32 GB  sollten aufräumen. Nicht nur vor dem Update auf die aktuelle Version von iOS ist das Ausmisten eine gute Idee. Es schafft nicht nur Platz für neue Apps und Daten, sondern entfernt auch beschädigte Dateien vom iPad oder iPhone.

iTunes für Übersicht und erste Aufräumarbeiten

Einen ziemlich guten Überblick über die Belegung des Speicherplatzes erhält, wer das iPhone mit iTunes verbindet.
Vergrößern Einen ziemlich guten Überblick über die Belegung des Speicherplatzes erhält, wer das iPhone mit iTunes verbindet.

Dass sich selbst ein iPad mit 128 GB füllen lässt, zeigt unser Beispiel. Neben den üblichen Verdächtigen aus Apps wie Video, Musik oder Fotos springen bei der Analyse die Punkte „Dokumente & Daten“ sowie „ Andere Daten “ ins Auge. Bei Ersterem handelt es sich um Dateien, die über iTunes „Dateifreigabe“ auf das iPad kopiert wurden. Nicht mehr benötigte sollten Sie einfach löschen, via iTunes oder am iPad direkt. Sollten Sie bereits auf macOS 10.15 Catalina (Beta) aktualisiert haben, finden Sie die App iTunes nicht mehr auf Ihrem Mac . Die Aufgaben hinsichtlich Geräteverwaltung übernimmt nun der Finder, für Windows-Nutzer bleibt alles gleich, da iTunes erhalten.

Viel mehr Platz benötigt bei uns „Andere“ mit über 4 GB. Dazu gehören alle Daten, die das Programm nicht unter Musik, Fotos, Filme, Apps oder Dokumente und Daten einstufen kann, dem widmen wir uns später (Siehe Abschnitt "Mail und Nachrichten"). Im ersten Schritt führen Sie ein lokales, verschlüsseltes Backup durch.

Seit iOS 12 stellt Apple die einzelnen Daten-Arten etwas besser und geordneter dar. Leider unterscheiden sich diese Aufteilung in iTunes und in iOS noch etwas, bieten jedoch eine gute Übersicht, wo Sie am ehesten ausmisten sollen: " Belegter iPhone-Speicher ab iOS 12: Apple erklärt Inhaltstypen ".

Speicherplatzverbrauch der Apps anzeigen und löschen

Auch am iPad lässt sich die Speicherplatzbelegung durch Apps und ihre Daten anzeigen.
Vergrößern Auch am iPad lässt sich die Speicherplatzbelegung durch Apps und ihre Daten anzeigen.

Mittlerweile verfügen viele iPad-Benutzer nicht mehr über einen Rechner. Die im ersten Schritt erfolgte Analyse des Datenverbrauchs und das Löschen von Apps beziehungsweise deren Daten lässt sich auch direkt am iPad ausführen. Auch die iPhone- und iPad-Inhaber mit einem Rechner werden mit aktuellen Versionen von iTunes ab Fassung 12.7 Probleme haben, die Apps des iOS-Geräts zu verwalten. Es geht nun mit einem anderen Tool von Apple " Configurator 2 ". Auch direkt auf dem iPhone oder iPad kann man Apps ausmisten. Wählen Sie dazu in den Einstellungen die Option „Speicher- und iCloud-Nutzung“. Je nach Zahl der installierten Apps kann es etwas dauern, bis die Liste angezeigt wird. Tippen Sie dann unten auf „Alle Apps anzeigen“.

Apps, die nicht zum iOS-Lieferumfang gehören, kann man löschen.
Vergrößern Apps, die nicht zum iOS-Lieferumfang gehören, kann man löschen.

Sie finden jetzt alle installierten Apps mit ihrem Speicherverbrauch in der Übersicht. Tippen Sie eine App an, die nicht zum Lieferumfang von iOS gehört, zeigt das iPad deren Speicherverbrauch, dazu den der zugehörigen Daten. Sie können App und Daten in einem Rutsch löschen. Rufen Sie dann die Apps auf, die „Dokumente & Daten“ nutzen, und prüfen Sie, ob alle geladenen Dateien benötigt werden. Die ersten Aufräumschritte via iTunes beziehungsweise iPad haben bei uns 1 GB Speicherplatz freigemacht.

Seit iOS 11 besteht die Möglichkeit, selten genutzte Apps auslagern zu lassen . Das System löscht diese automatisch, waren sie schon länger nicht mehr in Gebrauch und lädt sie gegebenenfalls neu. Das bringt aber in den seltensten Fällen den entscheidenden Befreiungsschlag für den übervollen Speicher.

Serien, TV-Folgen und Filme löschen

In den meisten Fällen ist der Bereich „Videos“ (in iTunes „Video“) der größte Speicherfresser. Am iPad rufen Sie „Video“ auf und löschen nicht mehr benötigte Filme, TV-Sendungen und Musikvideos.
Vergrößern In den meisten Fällen ist der Bereich „Videos“ (in iTunes „Video“) der größte Speicherfresser. Am iPad rufen Sie „Video“ auf und löschen nicht mehr benötigte Filme, TV-Sendungen und Musikvideos.

Das iPad eignet sich prima als Minikino für unterwegs oder via Airplay und Apple TV als Filmvorführer. So lagern auf dem iPad nicht nur selbst aufgenommene Videos, sondern auch im iTunes Store gekaufte Filme, TV-Sendungen oder ganze Staffeln, dazu Musikvideos, die oft beim Kauf eines Albums mitgeliefert werden. Mittlerweile lassen sich auch alle jemals gekauften Filme und TV-Sendungen „nachladen“, nicht mehr nur Bücher und Apps. Den Dienst liefert „iTunes in der iCloud“. Das Nachladen von TV-Sendungen und Filmen ist in den USA schon seit Jahren möglich. Wählen Sie in der Einstellung „Allgemein > Speicher- und iCloud-Nutzung“ die Option „Videos“. Unter „TV-Sendungen“ können Sie ganze Staffeln löschen, alternativ eine Staffel auswählen und dann aus den angezeigten Folgen die auswählen, die Sie löschen möchten. Zum Löschen eines Videos reicht die Wisch­geste nach links, Sie sehen auch sofort, wie viel Speicherplatz ein Film (2 bis 3 GB) freigibt, das schafft Platz.

Quatsch: iOS-Cleaner

Schon seit ein paar Jahren bieten verschiedene Firmen Programme für OS X und Windows, die versprechen, unter anderem den Speicherplatz der iOS-Geräte von nicht benötigten Dateien zu befreien. Dazu leeren sie unter anderem den Cache-Speicher der Apps und schaffen wirklich zunächst Platz. Rufen Sie dann eine betroffene App auf, sind zum Beispiel Film- und Zeitschriftencover neu zu laden oder andere Dateien. Die legt iOS aus gutem Grund in den Cache-Speicher, für den schnelleren Zugriff. Daneben wissen Sie nie, welche Dateien solche Programme für überflüssig halten. Sparen Sie sich das Geld, und legen Sie lieber selbst Hand an, damit bekommen Sie deutlich mehr Speicherplatz frei und riskieren nichts.

Musik und Fotos in iCloud nutzen

Über iTunes Match und geteilte Fotostreams lassen sich Musik beziehungsweise Fotos in iCloud speichern...
Vergrößern Über iTunes Match und geteilte Fotostreams lassen sich Musik beziehungsweise Fotos in iCloud speichern...

Heute bietet iCloud mehr als das Synchronisieren von Einstellungen und persönlichen Daten des Benutzers. Alle gekauften Musikstücke und -videos, Apps, Bücher, Filme und TV-Sendungen lassen sich via iTunes in der iCloud kostenlos „nachladen“, müssen also nicht am iOS-Gerät oder in iTunes gespeichert sein. Wer neben gekaufter Musik noch eine große Sammlung aus gerippten CDs nutzt, hat sie via iTunes am Windows-PC oder Mac auf das iPad kopiert. Hier verbrauchen sie genauso Speicherplatz wie synchronisierte Fotos und Alben.

... so belegen sie keinen Speicherplatz am iPad.
Vergrößern ... so belegen sie keinen Speicherplatz am iPad.

Nutzt man Apple Music, hat man seine Bibliothek immer auf allen Geräten komplett dabei, einzelne Titel und Alben natürlich nicht. Diese kann man jederzeit vom Gerät löschen, ohne dass sie aus der Bibliothek verschwinden. Ist man im WLAN oder kann einem der mobile Datenverbrauch egal sein, muss man die Songs gar nicht mehr auf iPhone und iPad laden, sondern hört nur noch im Stream. Für die Offlinenutzung kann man Alben jederzeit wieder laden, wenn die Leitung schnell und günstig genug ist. Statt Fotoalben mit dem iPad zu synchronisieren, lassen sie sich kostenlos als Fotostream teilen – über iCloud. Achtung: Für die Nutzung ist unterwegs eine Internet-Verbindung Voraussetzung.

Mail und Nachrichten: "Andere Daten" benötigen Speicherplatz

Legen Sie fest, wann als gelöscht markierte Mails endgültig entfernt werden. Meistens reicht die Einstellung im Bild.
Vergrößern Legen Sie fest, wann als gelöscht markierte Mails endgültig entfernt werden. Meistens reicht die Einstellung im Bild.

Unter dem Speicherbereich „Andere“ finden sich neben kompletten Konversationen aus Nachrichten auch Mails mit ihren Anhängen. Wer bei beiden Diens­ten häufig Anhänge wie Fotos oder Videos nutzt, kann den Speicherverbrauch etwas schmälern. In beiden Fällen können Sie Konversationen löschen und damit die Nachrichten beziehungsweise Mails mitsamt der Anhänge. Das ist oft nicht gewünscht. Die Mail-App bietet neben dem einfachen Papierkorb hilfreiche Einstellungen. Unter „Einstellungen > Mail, Kontakte und Kalender“ kann sich der Nutzer aussuchen, ob das Gerät mitgesendete Bilder („Entfernte Bilder laden“) automatisch lädt – die verbrauchen Speicherplatz. Weiterhin bestimmen Sie, wann zum Löschen markierte Nachrichten wirklich entfernt werden. Bei einem iCloud-Account etwa haben Sie die Möglichkeit, gelöschte Mails nach einem Tag, einer Woche oder einem Monat zu entfernen. Die Einstellung „Niemals“ sollten Sie nicht wählen.

Sonstige

Neben Mail und Nachrichten füllen weitere Apps den Bereich „Andere“. Dazu gehören Notizen, Karten und auch Safari. Die drei genannten und andere tragen aber nur im niedrigen Megabyte-Bereicht zum Füllen des Speichers bei. So lassen sich bei Safari Verlauf und Cookies über die Safari-Einstellung löschen, Notizen entfernen  oder in Stecknadeln löschen. Die
Aktionen bringen aber nicht wirklich Platz, und Sie büßen im Gegenzug Komfort und Bedienung ein. Belassen Sie es bei den Einstellungen.

Mit Backup und Restore Datenmüll loswerden

Einen nicht zu unterschätzenden Anteil am stetig wachsenden Speicherplatz „Andere“ haben beschädigte Dateien, vor allem abgebrochene Downloads. Dabei kann es sich sowohl um iOS-Updates als auch um das Laden von Musik, Apps oder Filmen handeln. Vom Benutzer unbemerkt startet iOS einen Download einfach neu, die defekten Dateifragmente lassen den Speicherplatz schwinden. An diese Daten kommen Sie mit keinem der genannten Tools.

Op­tional können Sie das iPad vor der Wiederherstellung auf die Werkseinstellungen zurücksetzen.
Vergrößern Op­tional können Sie das iPad vor der Wiederherstellung auf die Werkseinstellungen zurücksetzen.

Ein guter Weg, den Datenmüll loszuwerden, bieten iOS selbst beziehungsweise zwei Funktionen. Wenn Sie über einen Rechner mit iTunes verfügen, führen Sie zunächst ein aktuelles Backup durch. Stellen Sie sicher, dass das Backup verschlüsselt ist, dann sind auch Zugangsdaten und Passwörter gespeichert. Führen Sie dann optional eine Wiederherstellung des iPad durch, die aktuelle iOS-Version wird eingespielt. Danach spielen Sie das Backup ein. Im Backup sind die korrupten Dateien nicht mehr enthalten, bei unserem iPad schrumpfte „Andere“ um 1 GB.

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