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Faktor: Farbkontrast

19.06.2008 | 12:08 Uhr |

Faktor: Farbkontrast

Wie die Beispiele zeigen, treten im täglichen Umgang mit Farben die Farbmodelle in den Hintergrund. Anders als RGB, CMYK oder die noch abstrakteren Modelle HSB/HSL sowie Lab nennt der Volksmund nicht nur drei oder vier "Grundfarben", sondern mindestens ein Dutzend. Zu Rot, Grün, Blau, Cyan (im Grunde ein heller, ins Türkis gehender Blauton, dessen Name sich im drucktechnischen Umfeld etabliert hat), Magenta (ein grelles Pinkrot, für das das Gleiche gilt), Gelb und Weiß, kommen Orange, Türkis sowie ein weites Spektrum weniger gesättigter Brauntöne. Zusätzlich existieren diverse Bezeichnungen für Nuancen.

Faktor: Farbpsychologie

Beim professionellen Einsatz von Farben sollte man auch die Erkenntnisse der Farbpsychologie nicht außen vor lassen. Rot beispielsweise steht in unserem Kulturkreis für Aufmerksamkeit und Gefahr, aber auch für Sinnlichkeit und Erotik. Braun symbolisiert allgemein Naturverbundenheit und Erdnähe. Blau hingegen wirkt ruhig, als Farbe aus dem kalten Farbtemperaturspektrum allerdings auch kühl und wird allgemein bei eher technik-orientierten Designs favorisiert. Auch in der Firmenkommunikation stehen dunkle, mehr oder weniger gesättigte Blautöne stark im Vordergrund.

Farben in Anwendungsprogrammen

Professionelle Anwendungen bieten Unterstützung beim Zugriff auf Farben. Illustrator CS3 beispielsweise enthält mit "Farbhilfe" ein Tool, mit dessen Hilfe sich Mischtöne nach unterschiedlichen Farbkontrastkriterien zusammenstellen lassen. Der Anwender wählt nur noch die Methode, macht ein paar Feineinstellungen und klickt auf den "OK"-Button. Da anwenderdefinierte Farbzusammenstellungen in den Programmen von Adobes Creative Suite eine große Rolle spielen, offerieren die Programme des CS-Pakets ein spezielles Austauschformat (Kennung: ase), über das sich Sets mit Farbzusammenstellungen programmübergreifend nutzen lassen. Im ase-Format abgespeicherte Farbfeldersets stehen also nicht nur in Photoshop bereit, sondern auch in Indesign und Illustrator.

Das Arbeiten mit Farben nach kreativ-intuitiven Kriterien mögen derartige Funktionen zwar unterstützen. Generell allerdings gilt: Echte Design-Farbtöne sind in aktuellen Computeranwendungen stark unterrepräsentiert. Auch Indesign & Co. sind letzten Endes stärker auf reine Spektrumsfarben versiert als auf das Anlegen von stimmigen Mischtönen. Technisch ist das zwar möglich. Aber Designer- und Modefarben lassen sich meist nicht direkt von Primär- oder Sekundärfarben ableiten und warten oft mit Variationen bei Helligkeit und Sättigung auf, man muss daher schon genau wissen, was man will. Die Standardfarbmodi RGB und CMYK "denken" in Sachen Farbe grundsätzlich anders, von Schwarz über Grundfarbe nach Weiß, mit einem vollgesättigten Regenbogen-Farbspektrum im Zentrum.

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