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Multimedia-Datenbank

18.07.2000 | 00:00 Uhr |

Filemaker Pro hat sich mittlerweile zu einem Standard als einfach zu bedienendes und dennoch recht komplexes und umfangreiches Datenbankprogramm entwickelt. Zwar muß man bei Filemaker - noch - auf relationale Fähigkeiten verzichten, doch ist das Claris-Programm in einem Punkt kaum zu schlagen, nämlich immer dann, wenn es gilt, Bilder, Musik oder Filme zu speichern und zu verwalten. Drei Gründe machen Filemaker Pro 2.1 zur idealen Multimedia-Datenbank- Maschine.
Zuerst ist der Mangel an relationalen Fähigkeiten (sie gibt es erst mit Version 3.0, die im Januar auf den Markt kommt) und die daraus folgende sehr einfache Bedienung des Systems in diesem Fall ein Plus. Zwischen Bildern oder Filmen kann man schlecht Relationen herstellen, also ist das flache Modell hier im Vorteil. Zweitens bietet der Filemaker-Datentyp "Bild/Ton" mehr, als der Name verspricht, denn auch Filme zählen zu diesem Datentyp.

Zum dritten verhindert Filemaker automatisch das Hauptproblem aller Multimedia-Datenbanken - die sogenannte Redundanz. Angenommen, Sie speichern in einer Schallplatten-Datenbank zu jedem Titel das Bild des Interpreten, dann kann Ihr Lieblingssänger durchaus in einigen hundert Datensätzen auftauchen, und das womöglich mit ein paar Megabyte bei einem hochauflösenden Farbbild. Filemaker verhindert dies, indem das Programm (für Sie unsichtbar) eine Bilderbibliothek anlegt. Wenn Sie nun ein Bild duplizieren, steht in diesem Datensatz nur noch ein Verweis auf das erste Bild. Wenn Sie das Bild zweimal vorliegen haben möchten, dann müssen Sie das Bild duplizieren. Das passiert automatisch, wenn Sie das Bild noch einmal importieren, nicht aber, wenn Sie den Weg über die Zwischenablage wählen.

TÖNE UND FILME
Für Töne gilt das gleiche, auch sie werden in einer Bibliothek verwaltet. Bei Filmen, und darunter verstehen wir (und Filemaker) Quicktime-Movies, entfällt diese Sorgfalt. Filemaker stellt zwar das erste Bild des Films dar - die Regler zum Abspielen inklusive - und spielt den Film auch ab, doch tatsächlich speichert das Programm nur einen Verweis auf den Film. Wenn Sie also vorhaben, Ihre Datenbank weiterzugeben, speichern Sie am besten alle Filme in einem Verzeichnis, das erleichtert Ihnen das Kopieren. Das Anlegen einer Multimedia-Datenbank in Filemaker ist einfach. Es gibt nur einen Feldtyp namens "Bild/Ton", den Sie immer wählen, egal, ob Sie Töne, Bilder oder Quicktime-Filme speichern wollen. Für Töne wählen Sie ein relativ kleines Rechteck, nur das Icon des Tons muß hineinpassen.

Bei Bildern haben Sie die Qual der Wahl. Ist der Feldrahmen zu klein, wird das Bild automatisch verkleinert, was bei einer zu starken Verkleinerung zu Lasten der Qualität geht. Ist der Rahmen zu groß, bleiben entweder die Ränder frei, oder das Bild wird vergrößert. Voreingestellt ist die automatische Verkleinerung und somit das Freibleiben von Rändern bei zu kleinen Bildern. Wollen Sie das ändern, klicken Sie im Layout-Modus das Feld doppelt an. Der Dialog "Bildformat" erscheint. Hier wählen Sie im obersten Aufklappmenü "Verkleinern/Vergrößern", um in jedem Fall eine automatische Anpassung an die Feldrahmengröße zu erreichen.

FELDGRÖSSEN ANPASSEN:

Sie können übrigens jederzeit vom Blättern-Modus mit der Tastenkombination Befehl-L in den Layout-Modus schalten, dort die Größe des Feldrahmens ändern und per Befehlstaste-B zurückgehen. Alle Bilder werden dann automatisch an die neue Feldgröße angepaßt. Apropos Feldgröße: Daten und somit auch Bilder und Töne können nur im Blättern-Modus eingegeben werden; dafür muß das jeweilige Feld aktiv, also angeklickt sein, erst dann sieht man den Rahmen. Wollen Sie diesen Rahmen vorher sehen, wählen Sie im Layout-Modus im Menü "Format" den Punkt "Feldrahmen" und klikken im folgenden Dialog die Checkboxen "Oben", "Unten", "Links" und "Rechts" an.

Je nach Datenbank werden Sie im Extremfall drei Felder vom Typ "Bild/Ton" anlegen, eines für Bilder, eines für Filme und eines für Töne, beispielsweise für Melodien. Wichtig ist eine saubere Beschriftung der Felder, denn nichts kann den Benutzer daran hindern, in das Feld für Fotos einen Ton zu kopieren. In der Praxis haben Sie meistens nicht zu jedem Datensatz einen Film, aber schon eher ein Bild. Warum also sollten Sie zwei Felder dafür vorsehen? Gibt es nur ein Feld, können Sie in einem Satz ein Bild und im nächsten Satz (im selben Feld) einen Film speichern. Der Anwender kann beides leicht unterscheiden, denn nur bei Filmen wird auch die Abspielleiste angezeigt.

TASTEN ANLEGEN:

Nachdem die Felder für die Bilder/Filme/Töne angelegt sind, sollten Sie im Falle von Tönen eine Taste malen und sie mit "Melodie spielen" oder etwas Ähnlichem beschriften. Das Problem: Um einen Sound abzuspielen, muß der Benutzer das Feld doppelt anklicken, doch woher weiß er das? Der Klick auf eine Taste ist eindeutiger. Eine Taste (ein Button) in Filemaker ist ein Grafikobjekt. Das malen Sie, aktivieren es und rufen danach im "Spezial"-Menü "Taste definieren" auf, daraufhin erscheint eine Dialogbox. Folgendes ist dabei wichtig: Sie wählen die Zeile "Gehe zu Feld [...]" aus, klicken unten beide Checkboxen an, klicken dann auf "Feld angeben..." und wählen schließlich den Namen des Feldes aus, das den Sound enthält.

Wie gesagt, nur im Benutzermodus können Daten und somit auch Töne in ein Datenfeld eingegeben werden, wir kommen gleich darauf zurück. Doch was ist zu tun, wenn Sie eine Datenbank erstellt haben und verhindern wollen, daß Ihre lieben Kollegen im Netz oder Ihre Kunden die Töne ändern oder gar kopieren? Der Trick: Das Feld für den Sound wird auf eine so kleine Größe geschrumpft (1 mal 1 Punkt), daß niemand mehr das Ton-Icon sieht. Die obengenannte Taste "Melodie spielen" funktioniert aber immer noch.

DIE DATEN EINGEBEN:

Voraussetzung für die Eingabe ist stets, daß der Benutzer-Modus eingeschaltet und das jeweilige Feld aktiv ist. Um nun Sound in einen Datensatz einzusetzen, gibt es zwei Möglichkeiten. Wird das Feld doppelt angeklickt und ist es noch leer, startet der Dialog "Tonaufnahme". Vorausgesetzt, Ihr Mac hat die nötige Hardware (ein Mikrofon), können Sie jetzt beispielsweise einen Datensatz kommentieren. Ist die Aufnahme mißlungen, reicht es, das Feld zu aktivieren, die Rückschritt-Taste zu betätigen, und schon ist das Feld wieder sprachlos.

Die zweite Möglichkeit ist der Umweg über die Zwischenablage oder das Album. Diese Methode läßt sich auch auf Bilder und Quicktime-Filme anwenden, doch bietet Filemaker dafür Alternativen.
Im "Ablage"-Menü erreichen Sie über den Befehl "Import/Export" den Dialog "Movie importieren" (siehe Abbildung), vorausgesetzt, ein Bild/Ton-Feld ist aktiv. Wenn Sie "Grafik" anwählen, werden zahlreiche Formate angeboten. Sie öffnen eine Datei, und das war's schon. Bei Quicktime-Movies sieht es etwas anders aus. Nach der Anwahl folgt ein modifizierter Dateidialog. Der einzige Unterschied: Wenn Sie auf "Erstellen" klicken, wird das Bild links gezeigt. Erst ein Klick auf "Öffnen" importiert die Datei.

DEN TEXT NICHT VERGESSEN:

Angenommen, Sie sind etwas so Exotisches wie ein Ornithologe und verwalten eine Datenbank mit den Fotos und den Gesängen der heimischen Vogelwelt. Dann nützt Ihnen eine Datenbank, die nur diese Informationen enthält, wahrscheinlich herzlich wenig.
Das Problem: Sie finden weder Amsel, noch Meise oder Zeisig, denn nach Bildern und Tönen kann man nicht suchen. Um diese Nachforschungen dennoch zu ermöglichen, sollte neben oder unter diesen Feldern ein Textfeld stehen, das die optischen oder akustischen Eindrücke beschreibt.

Den Rest Ihrer Multimedia-Datenbank überlassen wir ganz Ihrer Kreativität, doch eines können wir zusichern: Filemaker bietet alles, um diese Aufgabe elegant und komfortabel zu lösen.

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