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iOS: So finden Sie heraus, welche Daten Ihre iPhone-Apps sammeln

19.12.2021 | 08:20 Uhr | Halyna Kubiv

Seit iOS 15.2 kann man den App-Datenschutzbericht in den Einstellungen aktivieren und so die neugierigsten Apps identifizieren.

Seit Anfang der Woche steht das neue iOS 15.2 allen Nutzern zur Verf√ľgung, neben den vielen beseitigten Sicherheitsl√ľcken hat Apple noch richtig Gas gegeben und einige n√ľtzliche Funktionen darin implementiert. Eine davon ist der App-Datenschutzbericht. Bitte beachten Sie, Sie m√ľssen die Datenschutzauswertung von iOS selbst aktivieren, sie ist nicht ab Werk aktiv. Dies k√∂nnen Sie in der Einstellungen-App unter dem Reiter "Datenschutz" und weiter im Feld "App-Datenschutzbericht" bewerkstelligen.¬†

Zugriff auf Daten und Sensoren

Haben Sie einige Tage den Datenschutzbericht eingeschaltet, k√∂nnen Sie nun die Auswertungen abrufen und sich anschauen, welche Apps wohin kommunizieren. Etwas zum Hintergrund der Auswertung hat Apple in einem neuen Support-Dokument beschrieben. Vor allem hilfreich ist die Erkl√§rung der Zugriffe auf Sensoren und interne Daten. Apples eigene App greifen beispielsweise recht oft auf Kontakte zu, ohne dass sich dem Nutzer der Sinn daf√ľr erschlie√üt. Die Erkl√§rung ist aber in den meisten F√§llen einfach: Fotos und Kamera nutzen Kontakt-Informationen um die Personen in den R√ľckblicken und auf den Fotos identifizieren. Nahezu jede Apple-App wird auf Kontakte zugreifen m√ľssen, weil sie von dort die Information √ľber den Nutzer und dessen Profil-Foto bezieht. Falls Sie jedoch im Bereich "Zugriff auf Daten und Sensor", eine, sagen wir mal, Spiele-App haben, die auf Kamera, Mikro und Fotos zugegriffen hat, m√ľssen Sie sich fragen, wozu die App diese Daten braucht, und gegebenenfalls im Datenschutzbereich den Zugriff zu diesen Sensoren verwehren.¬†

Wohin die Apps kommunizieren

Ein nicht weniger interessanter Bericht findet sich im Bereich "App-Netzwerkaktivit√§t", hier wird sichtbar, welche Apps auf welche Server im Hintergrund zugreifen. Noch im vergangenen Sommer haben wir f√ľr diese Auswertung eine externe App und den Mac ben√∂tigt , nun funktioniert es bequem direkt auf dem iPhone. Hier ist vor allem die Auswertung kleinerer Apps interessant, dass Facebook sich mit Facebook-Server verbindet, d√ľrfte sich bis jetzt herumgesprochen haben. Die Sparkassen-App verbindet sich zum Beispiel h√§ufig mit dem Server von Star Finanz, der Tochterfirma von einem der IT-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe . Wir haben in der App bzw. deren Verbindungen keine Spuren von Google-Analytics- oder Facebook-Pixel gefunden. Outdoor Active hat dagegen mehrere Pixel von Google und Facebook eingebaut. Der Datenschutzbericht von Apple bietet zudem eine M√∂glichkeit herauszufinden, welche Tracking-Anbieter in welchen Apps gleichzeitig eingesetzt sind, so dass sie √ľber mehrere Apps hinweg die Daten der Nutzer auswerten. Bei uns wird app-measurement.com, ein Google-Dienst, gleich von sechs Apps verwendet, graph.facebook.com von vier Apps. Je mehr Apps den gleichen Anbieter verwenden, desto umfangreicher wird das Nutzerprofil bei diesem Anbieter.¬†

Eine √§hnliche Auswertung der Netzwerk-Aktivit√§ten bietet der Bereich "Website-Netzwerkaktivit√§t". √Ąhnlich wie bei den Apps kann man erfahren, welche Dienstleister eine in Safari aufgerufene Webseite noch verwendet. So gibt es auf der Webseite von Impfzentren Bayern gar keine Dritt-Pixel, die Webseite kontaktiert nur die eigene Domain.

Fazit: 

Der neue Datenschutzbericht von Apple bietet einen recht guten Einblick in den Datenfluss auf dem eigenen iPhone. √Ąnderungsm√∂glichkeiten sind daf√ľr nicht gegeben, dazu muss der Nutzer die einzelnen Einstellungen der Apps √§ndern.¬†

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